Gesamtschule Süderelbe

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Unterricht

Als Gesamtschule bieten wir Schülerinnen und Schülern mit sehr unterschiedlichen Begabungs- und Fähigkeitsprofilen in allen Fächern einen differenzierten Unterricht, der Lernentwicklungen der einzelnen Schülerin und des einzelnen Schülers fördert und damit Bildungswege für alle so lange wie möglich offen lässt.

Unterricht findet an der Gesamtschule Süderelbe zum einen auf der Ebene der klassischen Vermittlung wie z.B. durch ein fragend entwickelndes Unterrichtsgespräch, Still- und Einzelarbeitarbeit oder einen gut gestalteten Vortrag durch die Lehrerinnen und Lehrer statt.

Zum anderen kommen verstärkt Unterrichtsformen, die die  Kooperationsfähigkeit, Aktivität, Selbstständigkeit und Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler in den Vordergrund stellen und damit den veränderten Bedürfnissen der Gesellschaft Rechnung tragen.

Einen besonderen Stellenwert nehmen dabei bei uns die kooperativen Lernformen ein, die, auf der Grundlage langjähriger wissenschaftlicher Erkenntnisse und Forschungen, der Arbeit von kleineren, eigenständig arbeitenden Schülerlerngruppen größere Effizienz und einen hohen, nachhaltigen Lernerfolg verleihen.

Individuelles Lernen mit Kompetenzrastern

Was ein Schüler im Laufe eines Schuljahres lernen soll, ist von der Behörde in Bildungsplänen festgelegt. Daran orientiert sich der Unterricht und die Arbeiten.
Dennoch geben die Noten 1 - 6 oder in den höheren Jahrgängen B1 - A6 nur bedingt Auskunft über die tatsächlichen Fähigkeiten eines Schülers. Sowohl der herkömmliche Unterricht als auch die Zensuren gehen nicht so individuell auf den einzelnen Schüler ein, um ein genaues Bild über die Lernfortschritte (Wissen + Können) zu geben, wodurch auch eine gezielte Förderung in einzelnen Bereichen erschwert wird.

Die Behörde hat nun die Schulen beauftragt, sogenannte Kompetenzraster zu entwickeln, die sich an den Bildungsplänen orientieren und detailliert Auskunft geben, welche Fähigkeiten (Kompetenzen) in den einzelnen Fachbereichen ein Schüler am Ende eines Schuljahres erreicht haben sollte.

Das alleine ist aber nur ein halber Schritt, es ist eine Alternative zur bisherigen Notengebung, die besser auf den einzelnen Schüler zugeschnitten ist. Die konsequente Schlussfolgerung ist nun, die Möglichkeiten einer gezielten Förderung zu nutzen, um den Schüler auch in den Bereichen noch fehlender Kompetenzen voran zu bringen.

Gesamtschulen sind von ihrem Konzept her bereits seit ihrem Bestehen auf individuelleren Unterricht eingestellt, da hier alle Begabungen gemeinsam unterrichtet werden.
Die GSÜ hat vor allem im Deutschprojekt, seit 1983, viele gute Erfahrungen sammeln können. Schüler werden hier seit mehr als 25 Jahren sowohl in ihrem Leseverständnis, als auch ihrer Rechtschreibung mit ganz unterschiedlichen Lernangeboten gezielt gefördert.

Die guten Ergebnisse sind ein Grundstein, auf dem man aufbauen kann; besonders in Zeiten, wo individualisierter Unterricht immer mehr Bedeutung bekommt, um Schüler zu besseren Abschlüssen zu bringen, ist es ein logischer Folgeschritt, dass unsere Schule sich den neuen Herausforderungen stellt.

Kontakte zu Herrn Patzer, früher Lehrer an der GSÜ heute im Projekt Kompetenzraster/Fortbildung tätig, wurden genutzt, um das Arbeiten mit Kompetenzrastern im Lehrerkollegium vorzustellen und anschließend auch in den Ziel-/Leistungsvereinbarungen festzuschreiben.

Die Schule bewarb sich bei der Behörde für den Modellversuch, an dem jetzt jedoch nur 54 Schulen teilnehmen dürfen, weil nicht genügend Geld für alle Bewerberschulen zur Verfügung stand. Auch unsere Schule gehört nun nicht zu den Modellschulen, was bedeutet, dass es keine zusätzlichen Lehrerstunden gibt, um das zeitaufwändige Projekt zu realisieren. Trotzdem soll das kein Grund sein, den Weg rückwärts zu gehen, Schulentwicklung muss immer nach vorn schauen und so wurde die Arbeit mit den Jahrgängen 5 und 6 mit Beginn des Schuljahres in den Fächern Englisch und Mathematik aufgenommen.

Individuelle Lernmethoden wurden in den letzten Jahren so weiterentwickelt, dass alle Begabungen noch mehr berücksichtigt werden können. Auch Schulbuchverlage haben sich auf die erweiterten Bildungsanforderungen eingestellt und bieten entsprechende Lernmaterialien an. Lehrerfortbildungen sind ebenfalls eine Voraussetzung, um im Unterricht entsprechend auf die unterschiedlichen Bedürfnisse reagieren zu können.
Der Schüler steht bei dieser Form des Lernens mehr im Mittelpunkt des Geschehens, der Lehrer wird zum Lernbegleiter, er hat öfter die Möglichkeit die Schüler beim Arbeiten zu beobachten und helfend einzugreifen.

Der Schüler lernt dabei gleichzeitig mehr eigenverantwortliches Arbeiten. Sich selbst richtig einzuschätzen was kann ich, was muss ich noch üben - er muss lernen sich zu organisieren, welche Aufgaben erledige ich wann, damit ich am Ende der Woche mit allem fertig bin. Er sieht die Ergebnisse seiner Arbeit und kann seine Lernfortschritte regelmäßig beobachten.

Die Jahrgänge 5 und 6 lernen ab diesem Schuljahr (2008/09)in den Fächern Mathematik, Englisch, Gesellschaft in 3 IN-SEL-Stunden (Individualisiertes Selbständiges Lernen) pro Woche das vertiefende Lernen mit ganz unterschiedlichen Arbeitsblättern, vergleichbar mit der in vielen Grundschulen schon geübten "Wochenplanarbeit".
Das Deutschprojekt gibt es weiter wie bisher.

Voraussetzung dafür ist u.a. eine gute organisatorische Struktur, z.B. für jeden Schüler eigene Ordner, die in der Klasse einen festen Platz haben.

In Mathematik wurde im Jahrgang 5 zunächst eine "Bestandsaufnahme" gemacht. Mithilfe eines Onlineanalyse-Tests des Schulbuchverlages wurde ermittelt, was die Schüler im Einzelnen schon können und was sie noch üben müssen.
Gezielt auf die Ergebnisse des Tests können nun für jeden einzelnen Schüler zugeschnittene Arbeitsblätter erstellt werden.

In Englisch dokumentieren die Schüler in einem Portfolio nach jeder Unterrichtsstunde selbst ihre Lernfortschritte. Sie lernen ihre Fähigkeiten im Bereich hören, lesen, schreiben, sprechen selbst einzuschätzen, nehmen bewusster an ihrem eigenen Lernprozess teil und müssen sich damit auseinander setzen, wie erreiche ich das gesetzte Ziel.

Die Kompetenzraster sind die Richtschnur, was Schüler können sollen, um die regelmäßig von der Behörde durchgeführten Lernstandserhebungen in den Jahrgängen 6 + 8 bestmöglich zu erfüllen. Die individualisierten Lernmethoden unterstützen Schüler besser als bisher, ihr Können soweit zu vertiefen, damit bessere Ergebnisse erzielt werden und am Ende von Klasse 10 auch bessere Schulabschlüsse und Übergänge in die Oberstufe erreicht werden.

Lesen Sie auch den Artikel zum Deutschprojekt

A.Fock/ Okt.08

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